1. Was ist TFA?
TFA oder Trifluoressigsäure ist sehr eine kurzkettige perfluorierte Substanz (PFAS).
TFA wird in vielen industriellen Anwendungen (es handelt sich um eine starke Säure) und bei der Herstellung von Fluormolekülen verwendet.
TFA kann in verschiedenen Umweltkompartimenten (Wasser, Luft, Boden usw.) enthalten sein, und zwar durch:
• ihre direkte Freisetzung in die Umwelt;
• den Abbau von mehreren tausend PFAS, die in die Umwelt freigesetzt werden, darunter bestimmte fluorierte Gase in der Atmosphäre oder bestimmte fluorierte Pestizide, die in der Landwirtschaft verwendet werden.
2. Muss man sich wegen TFA Sorgen machen ?
Laut einigen Studien machen die große Mobilität und Persistenz TFA zu einem Molekül, das überall in der Umwelt vorkommt.
Bisher gibt es keine Gesundheitsempfehlungen je nach Expositionsniveau, und auch keine regionalen, nationalen oder sogar europäischen Vorschriften, die sich auf Wasser für den menschlichen Gebrauch beziehen.
Um die Situation in der Wallonie zu verstehen, ist es notwendig, vorab eine umfassende Bestandsaufnahme des TFA-Gehalts in Wasser für den menschlichen Gebrauch zu erhalten.
3. Gibt es einen Grenzwert für TFA im Leitungswasser?
Derzeit gibt es keinen gesetzlichen Grenzwert für TFA in Oberflächen- oder Grundwasser – weder auf regionaler, nationaler noch auf europäischer Ebene.
In einer Mitteilung vom 7. August 2024 erklärt die Europäische Kommission, dass die gesundheitlichen Auswirkungen von TFA derzeit von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bewertet werden. Abhängig von dieser Bewertung könnte die WHO Empfehlungen zu den TFA-Konzentrationen im Trinkwasser aussprechen.
4. Wie hoch ist der TFA-Gehalt in Wasser in Wallonie ?
Auf Anfrage der wallonischen Regierung koordinierte die SWDE eine Probenahme- und Analysekampagne, um eine Bestandsaufnahme der Präsenz oder Abwesenheit von TFA im Trinkwasser im gesamten wallonischen Gebiet zu erstellen.
Die Ergebnisse dieses regionalen Monitorings sind online auf der Website des Öffentlichen Dienstes der Wallonie (Service Public de Wallonie) verfügbar.
Laut der Stellungnahme des Unabhängigen Wissenschaftlichen PFAS-Rates (CSI), der von der wallonischen Regierung konsultiert wurde, stellen diese Ergebnisse die Trinkwasserqualität nicht in Frage.
Tatsächlich schlägt der PFAS-CSI einstimmig vor, einen Richtwert von 2.200 ng/L TFA im wallonischen Trinkwassernetz zu verwenden, sofern nur TFA in der betreffenden Wasserprobe vorhanden ist.
Der Höchstwert von 100 ng/L für die Summe der 20 PFAS bleibt parallel zu dieser Empfehlung für TFA weiterhin gültig. Der vom CSI vorgeschlagene Richtwert für TFA im Trinkwasser dient somit als Orientierungshilfe, die von der zuständigen Behörde (SPW-ARNE) verwendet werden kann. Eine Überschreitung dieses Richtwertes stellt die Trinkbarkeit des Wassers nicht in Frage, erfordert jedoch einen verstärkten Überwachungsplan, um die Quelle der TFA-Kontamination zu identifizieren und zu beseitigen.
Am 17. Oktober 2024 hat die wallonische Regierung diesen Richtwert von 2.200 ng/L TFA angenommen.
5. Wie wird TFA in Wasser für den menschlichen Gebrauch nachgewiesen?
Der Nachweis von TFA in Wasser für den menschlichen Gebrauch erfordert aufgrund der geringen Konzentrationen, in denen es vorkommen kann, empfindliche und spezifische Analysetechniken.
Die HPLC-MS-/MS-Technik ist das Mittel der Wahl für die Bestimmung von TFA in Wasser. Sie kombiniert die Trennung von TFA von anderen Molekülen im Wasser mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) und den Nachweis durch Tandem-Massenspektrometrie (MS/MS) zu einer sehr empfindlichen und spezifischen Messung.
6. Wie entfernt man TFA aus dem Wasser für den menschlichen Gebrauch?
Mit herkömmlichen Techniken zur Aufbereitung von Leitungswasser (wie Chlorierung oder Filtration) lässt sich TFA nicht entfernen. Fortschrittlichere Verfahren wie die Umkehrosmose sind dazu erforderlich. Diese teure Technologie verbraucht Energie und Wasser. Darüber hinaus wirft der Umgang mit dem aus dem Wasser entfernten TFA-Konzentrat Fragen hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit auf.