Häufig gestellte fragen

Parametern und Standards

Wasser und TFA: Was muss man wissen?

1. Was ist TFA?

TFA oder Trifluoressigsäure ist sehr eine kurzkettige perfluorierte Substanz (PFAS). 
TFA wird in vielen industriellen Anwendungen (es handelt sich um eine starke Säure) und bei der Herstellung von Fluormolekülen verwendet.
TFA kann in verschiedenen Umweltkompartimenten (Wasser, Luft, Boden usw.) enthalten sein, und zwar durch:
•    ihre direkte Freisetzung in die Umwelt;
•    den Abbau von mehreren tausend PFAS, die in die Umwelt freigesetzt werden, darunter bestimmte fluorierte Gase in der Atmosphäre oder bestimmte fluorierte Pestizide, die in der Landwirtschaft verwendet werden.

2. Muss man sich wegen TFA Sorgen machen ?

Laut einigen Studien machen die große Mobilität und Persistenz TFA zu einem Molekül, das überall in der Umwelt vorkommt. 
Bisher gibt es keine Gesundheitsempfehlungen je nach Expositionsniveau, und auch keine regionalen, nationalen oder sogar europäischen Vorschriften, die sich auf Wasser für den menschlichen Gebrauch beziehen.
Um die Situation in der Wallonie zu verstehen, ist es notwendig, vorab eine umfassende Bestandsaufnahme des TFA-Gehalts in Wasser für den menschlichen Gebrauch zu erhalten.  

3. Gibt es einen Grenzwert für TFA im Leitungswasser?

Derzeit gibt es keinen gesetzlichen Grenzwert für TFA in Oberflächen- oder Grundwasser – weder auf regionaler, nationaler noch auf europäischer Ebene.

In einer Mitteilung vom 7. August 2024 erklärt die Europäische Kommission, dass die gesundheitlichen Auswirkungen von TFA derzeit von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bewertet werden. Abhängig von dieser Bewertung könnte die WHO Empfehlungen zu den TFA-Konzentrationen im Trinkwasser aussprechen.

4. Wie hoch ist der TFA-Gehalt in Wasser in Wallonie ?

Auf Anfrage der wallonischen Regierung koordinierte die SWDE eine Probenahme- und Analysekampagne, um eine Bestandsaufnahme der Präsenz oder Abwesenheit von TFA im Trinkwasser im gesamten wallonischen Gebiet zu erstellen.

Die Ergebnisse dieses regionalen Monitorings sind online auf der Website des Öffentlichen Dienstes der Wallonie (Service Public de Wallonie) verfügbar.

Laut der Stellungnahme des Unabhängigen Wissenschaftlichen PFAS-Rates (CSI), der von der wallonischen Regierung konsultiert wurde, stellen diese Ergebnisse die Trinkwasserqualität nicht in Frage.

Tatsächlich schlägt der PFAS-CSI einstimmig vor, einen Richtwert von 2.200 ng/L TFA im wallonischen Trinkwassernetz zu verwenden, sofern nur TFA in der betreffenden Wasserprobe vorhanden ist.

Der Höchstwert von 100 ng/L für die Summe der 20 PFAS bleibt parallel zu dieser Empfehlung für TFA weiterhin gültig. Der vom CSI vorgeschlagene Richtwert für TFA im Trinkwasser dient somit als Orientierungshilfe, die von der zuständigen Behörde (SPW-ARNE) verwendet werden kann. Eine Überschreitung dieses Richtwertes stellt die Trinkbarkeit des Wassers nicht in Frage, erfordert jedoch einen verstärkten Überwachungsplan, um die Quelle der TFA-Kontamination zu identifizieren und zu beseitigen.

Am 17. Oktober 2024 hat die wallonische Regierung diesen Richtwert von 2.200 ng/L TFA angenommen.

5. Wie wird TFA in Wasser für den menschlichen Gebrauch nachgewiesen? 
Der Nachweis von TFA in Wasser für den menschlichen Gebrauch erfordert aufgrund der geringen Konzentrationen, in denen es vorkommen kann, empfindliche und spezifische Analysetechniken. 
Die HPLC-MS-/MS-Technik ist das Mittel der Wahl für die Bestimmung von TFA in Wasser. Sie kombiniert die Trennung von TFA von anderen Molekülen im Wasser mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) und den Nachweis durch Tandem-Massenspektrometrie (MS/MS) zu einer sehr empfindlichen und spezifischen Messung.

6. Wie entfernt man TFA aus dem Wasser für den menschlichen Gebrauch? 
Mit herkömmlichen Techniken zur Aufbereitung von Leitungswasser (wie Chlorierung oder Filtration) lässt sich TFA nicht entfernen. Fortschrittlichere Verfahren wie die Umkehrosmose sind dazu erforderlich. Diese teure Technologie verbraucht Energie und Wasser. Darüber hinaus wirft der Umgang mit dem aus dem Wasser entfernten TFA-Konzentrat Fragen hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit auf. 

Wasser und Chlorate, was muss man wissen?

Was sind Chlorate?

Chlorate sind chemische Verbindungen, die hauptsächlich aus Chlor gebildet werden, das im Prozess der Desinfektion von Trinkwasser verwendet wird. Während dieser Desinfektionsbehandlung können Chlorate als unerwünschte Nebenprodukte entstehen.

Welche Normen gelten für Chlorate im Trinkwasser?

Die europäische Richtlinie 2020/184 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch legt einen Grenzwert für Chlorat fest, der zwischen 0,25 und 0,70 mg/l (Milligramm pro Liter) liegen kann. In Wallonien wurde dieser Grenzwert auf 0,25 mg/l festgelegt. Die Wasserversorger haben bis zum 12. Januar 2026 Zeit, diesen neuen Grenzwert einzuhalten.

Gibt es Chlorate im Leitungswasser?

Ja, es kann Chlorate im Leitungswasser geben, aber normalerweise in sehr geringen Konzentrationen. Chlorate sind Nebenprodukte, die bei der Verwendung von Chlor zur Desinfektion von Trinkwasser entstehen. Chlor wird häufig in der Wasseraufbereitung verwendet, um Bakterien und andere Krankheitserreger abzutöten. Wenn sich Chlor jedoch abbaut, können Chlorate entstehen.

Wird das Vorhandensein von Chloraten im Leitungswasser überwacht?

Ja, die Wasserversorger müssen seit Januar 2024 das Vorhandensein von Chloraten im Leitungswasser überwachen. Die SWDE führt daher regelmäßige Analysen durch, um die Wasseraufbereitung zu überwachen und gegebenenfalls anzupassen, um den zukünftigen Grenzwert von 0,25 mg/l (Milligramm pro Liter) für Chlorate einzuhalten.

Wie werden Chlorate im Trinkwasser nachgewiesen?

Die Labore, die für die Überwachung der Wasserqualität in Wallonien zuständig sind, verwenden die Technik der Ionenchromatographie, um Chlorate im Wasser zu analysieren. Diese Methode ermöglicht es, die verschiedenen Ionen in der Wasserprobe zu trennen und sie einzeln zu messen, einschließlich Chlorat. Diese Methode ist sehr empfindlich und ermöglicht den Nachweis von Chloraten in niedrigen Konzentrationen, weit unter den gesetzlichen Grenzwerten.

Welche Lösungen werden bei Vorhandensein von Chloraten eingesetzt?

Das Management des Chloratgehalts im Trinkwasser basiert hauptsächlich auf dem Chlorniveau des Wassers und der Qualität des verwendeten Reagenzes:

Reduzierung der Chlorung des Wassers, ohne die Desinfektionswirksamkeit zu beeinträchtigen.
Verwendung von hochwertigen Chlorprodukten. Die Qualität des Chlors nimmt mit der Zeit ab, was zur Bildung von Chloraten führt. Dieser Abbau wird durch Temperatur und Lichteinwirkung beschleunigt.

Enthält Leitungswasser Pestizide?

Die europäischen Vorschriften zum Pestizidgehalt im Leitungswasser (die in Belgien angewendet werden) sind deutlich strenger als die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. In der Wallonie ist je Stoff nur ein Anteil von 0,1 Millionstel Gramm (0,1 µg/l) pro Liter Wasser zulässig. Für alle Stoffe gemeinsam liegt diese Höchstgrenze bei 0,5 Millionstel Gramm (0,5 µg/l). 

Wenn man Leitungswasser mit anderen täglich konsumierten Lebensmitteln vergleicht, ist der Anteil der Pestizidaufnahme über das Leitungswasser verschwindend gering. 
 

In Ihrer Gemeinde

 

Legionellen: Welche Risiken bestehen?

Bei der Legionellose (Legionärskrankheit) handelt es sich um eine Krankheit, die tödlich verlaufen kann und von Legionellen-Bakterien hervorgerufen wird, die in der Natur relativ häufig vorkommen. In den meisten Oberflächengewässern sind sie in geringen Mengen zu finden. Besonders schnell vermehren sie sich in lauwarmem, stehendem Wasser (± 40 °C). Bei Temperaturen über 60 °C können sie nicht überleben und werden relativ schnell abgetötet.

Mehr erfahren:

Legionellen: Welche Risiken bestehen?

Wasser und Asbest, was muss man wissen?

1. Gesundheitsrisiko

1. Kann ich Leitungswasser trinken? 

Das von der SWDE bereitgestellte Wasser entspricht allen europäischen und wallonischen Gesundheitsnormen.

2. Welches Risiko birgt die Einnahme von Asbest? Besteht das Risiko der gleichen Krankheiten wie beim Einatmen von Asbest? 

Während die Gefahr durch das Einatmen von Asbest seit Jahrzehnten eindeutig bekannt ist, gilt dies nicht für das Verschlucken von Asbest, bei dem die Gefahr nach dem derzeitigen Wissensstand nicht nachgewiesen ist. Bis heute gibt es weder eine europäische Norm noch eine wallonische Gesetzgebung in diesem Bereich, was auf die beruhigenden Schlussfolgerungen wissenschaftlicher Studien und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurückzuführen ist.

3. Kann Leitungswasser Asbest enthalten? 

Selten und in winzigen Mengen. 90% der Leitungen im SWDE-Netz bestehen nicht aus Asbestzement, sondern aus anderen Materialien (Stahl, duktilem Gusseisen, Grauguss, PVC, Polyethylen usw.).

Das Risiko, dass Wasser Asbestfasern enthält, ist daher null, wenn das Wasser durch Leitungen fließt, die nicht aus Asbestzement bestehen. 

Wenn das Wasser jedoch durch eine Asbestzementleitung fließt, können unter sehr speziellen Bedingungen Asbestfasern freigesetzt werden.  In diesem Fall sind die freigesetzten Mengen äußerst gering.

4. Wieso kann man sagen, dass Asbestzementrohre nicht zu Vorhandensein von Asbest im Leitungswasser führen? 

Die verschiedenen Analysen, die die SWDE von einem akkreditierten Labor an den Wasserhähnen ihrer Kunden durchführen lässt, führen zu keinerlei Nachweis von Asbestfasern. 

5. Stellen Asbestzementrohre ein Gesundheitsrisiko dar?

Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand stellen die im Wasser gefundenen Asbestfasergehalte keine Gefahr für die Gesundheit dar. Aus diesem Grund hat die Europäische Union keine Regelungen in diesem Bereich erlassen. 

Mit dem Erlass vom 1. Juni 2023 zur Änderung verschiedener Bestimmungen bezüglich der Wasserqualität für den menschlichen Gebrauch ging die Wallonie noch einen Schritt weiter und legte einen Richtwert von 1 Million Fasern pro Liter nach einer von NFX 43-050 abgeleiteten Methode fest, wobei die Quantifizierungsgrenze kleiner oder gleich 10 000 Fasern pro Liter sein muss.

Die USA haben eine Gesundheitsnorm von 7 Millionen Fasern pro Liter festgelegt. 

Die SWDE ist bei ihren Wasseranalysen, die sie aufgrund von Proben aus den Wasserhähnen ihrer Kunden durchführt, noch nie auf solche Konzentrationen gestoßen.

6. Kann ich Asbest durch Leitungswasser einatmen? 

Unter bestimmten Bedingungen kann Wasser, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, in Form von Aerosolen (beim Duschen usw.) auftreten und daher in sehr geringen Mengen eingeatmet werden. Da der Gehalt an Asbestfasern im Leitungswasser null oder besonders niedrig ist, wäre die eingeatmete Menge an Asbestfasern also verschwindend gering.

7. Führt die Abnutzung der Asbestzementrohre nicht dazu, dass noch mehr Asbest ins Wasser gelangt? 

Die SWDE überwacht die Entwicklung unseres Asbestzementrohrnetzes durch gezielte Analysekampagnen. Wenn eine anormale Abnutzung unserer Leitungen die Gesundheitssicherheit unserer Kunden gefährden würde, würde die SWDE alles daran setzen, sie vorrangig zu erneuern.

8. Kann Wasser von Dächern, aus Zisternen oder Brunnen Asbest enthalten? 

Wasser, das direkt auf Asbestzementmaterialien trifft, könnte unter bestimmten Bedingungen Asbestfasern enthalten. Wenn das Material aus Asbestzement beispielsweise brüchig ist (durch Temperaturschwankungen zwischen Winter und Sommer abgebaut wird) und das Wasser, das damit in Kontakt kommt, aggressive Eigenschaften aufweist (wie es typisch für Regenwasser ist), kann es sein, dass das gesammelte Wasser Asbestfasern enthält.

Das Risiko, dass gesammeltes Regenwasser Asbest enthält, ist daher viel höher als das Risiko für Leitungswasser. 

9. Führt die SWDE in allen Gemeinden Analysen durch? 

In manchen Gemeinden gibt es keine Asbestzementrohre. Daher ist es nicht notwendig, dort besondere Kontrollen durchzuführen. Seit September 2023 hat die von der Wallonischen Region unterstützte SWDE die Initiative ergriffen, eine Kontrolle der Wasserqualität in jeder von der SWDE versorgten Gemeinde durchzuführen, die einen Teil des Netzes aus Asbestzement aufweist. 

10. Kann ich eine kostenlose Analyse anfordern? 

Die SWDE kümmert sich um besondere Analysewünsche im Rahmen der laufenden Probenahmekampagne, solange sie Repräsentativität ermöglichen. 

Wenn der Antrag nicht in eine Analysekampagne passt, kann der Kunde auf eigene Kosten einen Antrag auf Überprüfung der Wasserqualität bei einem Speziallabor stellen. 

11. Wie wird Asbest aus dem Wasser entfernt? 

Der Gehalt an Asbestfasern ist im Leitungswasser null oder verschwindend gering. Das Wasser muss daher nicht behandelt werden 

12. Warum werden Kontrollen an den Hydranten und nicht nur an den Wasserhähnen der Kunden durchgeführt? 

Der einzige Punkt, an dem das Wasser für den menschlichen Gebrauch die Anforderungen erfüllt, ist der Wasserhahn in der Küche unserer Kunden.

 Im Rahmen einer internen Studie im Jahr 2018 haben wir die Wasserqualität sowohl an Hydranten als auch am Zähler und am Wasserhahn in den Küchen unserer Kunden überprüft. Die an den Hydranten entnommenen Proben ergeben kein repräsentatives Bild von der Qualität des Wassers, das an unsere Kunden verteilt wird. 

Künftig zielen unsere Probenahmekampagnen auf die Wasserhähne unserer Kunden ab, um ein repräsentatives Bild des von unseren Kunden konsumierten Wassers zu erhalten. 

13. Warum ist das Asbest, das an den Hydranten festgestellt wird, laut Ihren Kontrollen nicht am Wasserhahn zu finden? 

Hydranten weisen einen Totraum zwischen der Leitung und dem Auslass des Hydranten auf.  Das Wasser im Totraum steht und Partikel können sich darin festsetzen. Wenn wir Proben von Hydranten nehmen, besteht die Möglichkeit, dass die entnommene Probe nicht repräsentativ für das Wasser ist, das tatsächlich an unsere Kunden verteilt wird. Dies liegt daran, dass ein Teil des entnommenen Wassers stehendes Wasser ist, das bestimmte Partikel enthält, darunter Asbestfasern.

Der einzige Punkt, an dem das Wasser für den menschlichen Gebrauch die Anforderungen erfüllt, ist der Wasserhahn in der Küche unserer Kunden. Im Rahmen einer internen Studie im Jahr 2018 haben wir die Wasserqualität sowohl an Hydranten als auch am Zähler und am Wasserhahn in den Küchen unserer Kunden überprüft. Die an den Hydranten entnommenen Proben ergeben kein repräsentatives Bild von der Qualität des Wassers, das an unsere Kunden verteilt wird. Künftig zielen unsere Probenahmekampagnen auf die Wasserhähne unserer Kunden ab, um ein repräsentatives Bild des von unseren Kunden konsumierten Wassers zu erhalten. 

14. Ist es gefährlich, Wäsche mit Leitungswasser zu waschen, das Asbestfasern enthält? 

Der Gehalt an Asbestfasern im Wasser ist, wenn überhaupt, verschwindend gering. Daher ist es nicht gefährlich, Wäsche mit Leitungswasser zu waschen, das durch Asbestzementrohre geleitet wird. Das Risiko, Asbestfasern auf der Wäsche zu finden, ist minimal.

2. Information

15. Warum wurden die positiven Wassertests auf Asbest „verschwiegen“?

Wasseranalysen, die auf Asbestfasern im Wasser hinweisen, wurden nicht verschwiegen. Positive Analysen wurden nicht gesondert kommuniziert, da sie sich nicht auf das Wasser am Wasserhahn der Kunden bezogen. Die SWDE hat diese Daten transparent mitgeteilt, wenn sie von ihr verlangt wurden.

16. Welche Informationen werden Sie bereitstellen? Werden Sie Ihre neuen Analysen veröffentlichen? 

Die SWDE führt zurzeit eine neue Kampagne zur Überprüfung der Wasserqualität durch. Die erzielten Ergebnisse werden den Gemeinden und der Wallonischen Region mitgeteilt. 

17. Werde ich benachrichtigt, wenn sich Asbest in meinem Leitungswasser befindet? 

Wenn die von uns durchgeführten Analysekampagnen ein Gesundheitsrisiko für unsere Kunden ergeben, werden spezifische Mitteilungen an die betroffenen Kunden erfolgen.

18. Warum wurde die Existenz von Asbestzementrohren verheimlicht? 

Die SWDE hat nie verschwiegen, dass Asbestzementrohre vorhanden sind.  Im Reiter FAQ auf ihrer Website (swde.be Rubrik „Häufige gestellte Fragen“) wird das Thema seit vielen Jahren offen angesprochen.

19. Warum wird nicht angegeben, in welchen Straßen sich diese Leitungen befinden?

In ihrem computergestützten Kartierungssystem verfügt die SWDE über Informationen zur Art (Material) aller Leitungen ihrer Netze, einschließlich derjenigen aus Asbestzement. Die genaue Kartografie der Rohrleitungen wird aus Gründen der Netzintegrität und der öffentlichen Sicherheit nicht mitgeteilt. Weder ein Schema noch eine Straßenliste sind repräsentativ für ein Risiko im Zusammenhang mit der Wasserqualität, da das Wasser durch die Leitungen fließt, wobei beispielsweise in derselben Straße mehrere verschiedene Rohrmaterialien vorhanden sein können.

3. Leitungen

20. Warum gibt es Rohre aus Asbestzement?

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1940-1945) war die Nachfrage nach Baumaterialien enorm und es war die Zeit, in der viele kleine und mittlere Gemeinden mit einem Trinkwassernetz ausgestattet wurden. Die in Belgien hergestellten Asbestzementrohre sind eine innovative Alternative zu den gefragten Materialien Stahl und Grauguss. Asbestzementrohre waren nicht nur leichter als Metallrohre, sondern wiesen auch eine hohe Druck-, Zug- und Biegefestigkeit sowie keine innere Korrosion auf, die bei Metallrohren im Laufe der Zeit zu Wasserverfärbungen führen kann. 

Seit Ende der 1970er Jahre werden keine Asbestzementrohre mehr verlegt.

21. Wo werden die Asbestzementrohre verlegt? 

Die Verteilung dieser Art von Leitungen über das wallonische Gebiet ist nicht einheitlich. Einige Gemeinden verfügen über ein Netz, das zu mehreren zehn Prozent aus Asbestzement besteht, andere wiederum haben überhaupt keinen Asbestzement. 

Über das computergestützte Kartierungssystem kennt die SWDE den Standort, die Art (Material) und andere Merkmale wie Durchmesser, Verlegedatum usw. sämtlicher Rohre in unseren Netzen, einschließlich der Rohre aus Asbestzement. 

cartographie amiante

22. Woher kennt die SWDE die Beschaffenheit der Versorgungsleitungen? 

Während der Verlegung von Rohrleitungen wird am Ende der Baumaßnahmen ein Lageplan erstellt.  Dieser Plan umfasst alle Bestandteile des Netzes (Leitungen, Ventile, Hydranten usw.), die entweder durch sichtbare Elemente am Boden oder durch topografische Vermessungen, die eine genaue Standortbestimmung ermöglichen, identifiziert werden.  Alle diese Informationen werden in das Geografische Informationssystem (GIS) der SWDE eingetragen. 

23. Warum wurden all diese Leitungen nicht bereits systematisch ausgetauscht? - Warum wird nicht ein spezieller Plan für den dringenden Austausch von Asbestzementrohren erstellt? - Wie sieht Ihr Plan für den Austausch dieser Leitungen in den kommenden Jahren aus? Wie viele Kilometer werden Sie in den nächsten fünf Jahren ersetzen?

Es besteht kein Grund, einen systematischen Austausch von Asbestzementrohren zu planen, da bisher keine wissenschaftliche Studie belegen konnte, dass die orale Aufnahme von möglicherweise im Trinkwasser enthaltenen Asbestfasern Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Diese Schlussfolgerung wird auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt.

Im Allgemeinen ist Asbestzement unempfindlich gegen Innenkorrosion und Korrosion durch Streuströme. 

Die Strategie für den Austausch von Rohren der SWDE bezieht den Parameter Asbest mit ein. Die SWEDE verwendet ein Tool, das viele Kriterien berücksichtigt, um die Prioritäten für die Erneuerung festzulegen, wobei wir insbesondere die Art der Leitungen und ihr Alter berücksichtigen. Die SWDE investiert jedes Jahr 100 Millionen € in die Erneuerung ihrer Infrastruktur, davon mehr als 60 Millionen € in Rohrleitungen.

24. Durch welche Materialien werden die Asbestzementrohre ersetzt? 

Die neuen Hauptleitungen, die in den Netzen verlegt werden, bestehen hauptsächlich aus duktilem Gusseisen und PVC, während elektroschweißbares Polyethylen oder Stahl seltener verwendet werden. 

25. Welche Maßnahmen ergreift die SWDE für das Management von Baustellen mit Asbest? 

Die SWE verfolgt eine dynamische und regelmäßige Politik zum Schutz unserer Arbeiter bei Arbeiten in Gegenwart von Asbest. Sie hat strenge und sichere Arbeitspraktiken für das Schneiden von Asbestzementrohren eingeführt. Basierend auf internen Verfahren und Arbeitsanweisungen bieten sie ihrem Personal jährliche Schulungen zu den mit Asbest verbundenen Risiken an. Alle verfügen außerdem über ein Handbuch, das an die Vorsichtsmaßnahmen erinnert, die während des Einsatzes gegenüber den Beteiligten und den unmittelbaren Anwohnern der Baustelle zu treffen sind, sowie über ein Set mit persönlicher Einweg-Schutzausrüstung.

Darüber hinaus informiert die SWDE auch ihre Subunternehmer über den Plan zur Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge (PPSS), der den Lastenheften, die die Aufträge regeln, beigefügt ist. Sie bietet ihnen auch Schulungen über die Risiken von Asbest und die zu treffenden Vorsichtsmaßnahmen an. 

Schließlich führen der SIPPT (Interner Dienst für Arbeitsprävention und -schutz) und die Vorgesetzten der SWDE das ganze Jahr über Baustellenbesuche durch, bei denen eine vordefinierte Liste von Sicherheitspunkten überprüft wird. Die Verwendung des „Asbest-Kits“ ist insbesondere ein wiederkehrender Punkt in der Bewertung, die als Ziel für ihre Einsatzteams verfolgt wird. 

26. Werden Kunden in der Nähe einer Baustelle mit Asbest gewarnt?

Die auf den Baustellen getroffenen Vorkehrungen zur Vermeidung der Verteilung von Asbestfasern in die Umgebungsluft wie die Verwendung langsamer Sägen und die ständige Bewässerung des Schnitts sowie die windgeschützte Lage in Gräben erfordern keine Information der Bevölkerung. 

Hingegen müssen Baustellen dieser Art zwingend bei der Regionaldirektion für Kontrolle des Wohlbefindens am Arbeitsplatz (FÖD Beschäftigung, Arbeit und soziale Konzertierung) angemeldet werden, damit überprüft werden kann, ob die Rechtsvorschriften und insbesondere die Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer eingehalten und ordnungsgemäß umgesetzt werden. 

27. Muss das Leitungswasser nach dem Austausch eines Asbestzementrohrs auf einer Baustelle mehr als üblich laufen? 

Nach einem Eingriff in das Leitungsnetz führen die Brunnenmeister bei der Wiederinbetriebnahme Spülungen über Hydranten oder Hydranten durch, um trübes oder verfärbtes Wasser zu entfernen, das unweigerlich durch die Baustelle entsteht. 

Generell ist es unabhängig von der Art des Rohres ratsam, das Leitungswasser kurz laufen zu lassen, um trübes oder verfärbtes Wasser zu entfernen, das in die Anschlüsse eingedrungen sein könnte und durch das Spülen auf der Straße nicht entfernt werden konnte. Es gibt keinen Grund, dies bei Arbeiten an Asbestzementrohren ausgiebiger zu tun.  

28. Wohin gelangen die Asbestabfälle, die von ihren Baustellen für den Austausch von Asbestzementrohren entsorgt werden?

Die Entsorgung von Abfällen asbesthaltiger Materialien ist Gegenstand von Rechtsvorschriften, die in den bei SWDE angewandten Arbeitsanweisungen aufgeführt sind. Ab Beginn der Bauarbeiten wird der Abfall zusammen mit der vom Personal verwendeten persönlichen Schutzausrüstung in spezielle Behälter verpackt. Sie werden von einer zugelassenen Firma gesammelt und in Zentren entsorgt, die selbst für diese Art von Abfall zugelassen sind. 

29. Wenn Baustellen anderer Straßen- oder Netzbetreiber Straßen betreffen, in denen sich Asbestzementrohre befinden, nutzt die SWDE diese Gelegenheit, um diese Rohre zu ersetzen? 

Bei Baustellen von Straßenbetreibern oder anderen Betreibern von unterirdischen Anlagen im Rahmen der Baustellenkoordinationsgesetzgebung (POWALCO), prüft die SWDE systematisch, ob eine Erneuerung ihrer Leitungen sinnvoll ist. Dies allein reicht jedoch nicht aus, um zu entscheiden, ob eine Erneuerung vorgenommen werden soll. 

Die Auswahl erfolgt auf der Grundlage eines Tools, das verschiedene Kriterien berücksichtigt und die Entscheidung unabhängig vom Rohrmaterial objektiviert. Besondere Vorsicht ist bei Baustellen geboten, die aufgrund ihrer Beschaffenheit die Asbestzementrohre schwächen könnten. 

30. Kann eine Gemeinde oder die Region Ihnen die Erneuerung eines Asbestzementrohrs auferlegen, wenn sie die Kosten dafür übernimmt? 

Obwohl das Netz im Besitz der SWDE ist und die Erneuerungen von Leitungen objektiv mithilfe eines Priorisierungs-Tools, das verschiedene Kriterien berücksichtigt, durchgeführt werden, hindert nichts eine Gemeinde oder die Region daran, eine Kanalerneuerung zu finanzieren.  Die Umsetzung könnte jedoch nur in Betracht gezogen werden, wenn die Bauleitung der SWDE übertragen wird und ihre technischen Vorgaben eingehalten werden.

31. Warum kann man manchmal Asbestfasern bei der Entnahme von Proben aus Hydranten nachweisen, während man an den Wasserhähnen der Kunden keine Asbestfasern findet? 

Hydranten oder Wandhydranten sind besondere Elemente des Netzes. Aufgrund ihrer Lage in der Abzweigung der Rohrleitung und ihrer Konfiguration sind sie wie kleine „Sackgassen“ mit stehendem Wasser, in denen sich Fasern festsetzen und eingeschlossen bleiben können, um dann bei der Spülung des Netzes freigesetzt zu werden.

amiante et BI

 

Mutterleitung, in der das Wasser kontinuierlich zirkuliert.

Körper des Hydranten, dem beim Schließen des Hydranten automatisch das Wasser entzogen wird (zum Schutz vor Frost).

Position des Ventils, das den Körper (ohne Wasser) von der Weiche und der Fußkurve, die unter Wasser bleiben, isoliert.

Abzweigung und Fußkurve, die unter Wasser bleiben und einen kleinen „Sackgassen“-Bereich bilden, in denen sich Fasern ablagern und eingeschlossen bleiben können, um dann bei der Spülung des Netzes freigesetzt zu werden.

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Körper des Hydranten, dem beim Schließen des Hydranten automatisch das Wasser entzogen wird (zum Schutz vor Frost).

Position des Ventils, das den Körper (ohne Wasser) von der Weiche und der Fußkurve, die unter Wasser bleiben, isoliert.

Fußkurve und Abzweigung (nicht dargestellt), die unter Wasser bleiben und einen kleinen „Sackgassen“-Bereich bilden, in dem sich Fasern ablagern und eingeschlossen bleiben können, um dann bei der Spülung des Netzes freigesetzt zu werden.

 

Enthält Leitungswasser Blei?

Dem Bleigehalt des Trinkwassers wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Europäische Union hat Ende 2013 einen maximalen Bleigehalt von 10 µg/l für Leitungswasser festgelegt.

Wir setzen alles daran, diesen Standard zu erfüllen. 

Nähere Informationen finden Sie auf der Seite „Blei im Leitungswasser?“ 

Wasser und Pestizidmetaboliten: Was muss man wissen?

1. Was sind Pestizidmetaboliten?

Metaboliten sind chemische Moleküle, die sich aus dem Abbau von Pestiziden ergeben, die in der Landwirtschaft oder von Privatpersonen verwendet werden.

Man unterscheidet zwischen „relevanten“ und „nicht relevanten“ Metaboliten, je nach ihren Eigenschaften. Ein „relevanter“ Metabolit ist ein Molekül, das aufgrund seiner toxischen Aktivitäten oder Eigenschaften genauso behandelt wird wie ein herkömmliches Pestizid. Ein „nicht relevanter“ Metabolit hat eine veränderte Aktivität, sodass er keine Toxizität aufweist. Nicht relevante Metaboliten behalten weder die gleiche Aktivität wie ihre Ausgangssubstanz noch stellen sie eine Gesundheitsgefahr für Verbraucher dar.

2. In welchen Produkten finden sich Metaboliten von Pestiziden?

Metaboliten kommen in der Natur nicht vor, ebenso wenig wie die Pestizide, aus denen sie gewonnen werden. Letztere stammen aus der petrochemischen Industrie und werden sowohl in der Landwirtschaft als auch von Privatpersonen verwendet.

3. Sind Metaboliten gesundheitsschädlich?

Einige Metaboliten können als giftig eingestuft werden. Sie werden dann wie relevante Metaboliten behandelt und unterliegen daher Normen. 

Toxizitätsdaten für nicht relevante Metaboliten sind sehr begrenzt. Sie werden präventiv überwacht.

4. Warum findet man Metaboliten in der Umwelt?

Nach ihrer Ausbringung in die Umwelt werden Pestizide abgebaut. Ein Teil davon wandelt sich in Metaboliten um. Diese sind größtenteils mobil und persistent und können daher in verschiedenen Wasserproben wie Oberflächen- oder Grundwasser nachgewiesen werden.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte:  http://etat.environnement.wallonie.be/contents/indicatorsheets/EAU 14.html

5. Welche Normen gelten für Metaboliten im Trinkwasser? 

Der Erlass der Wallonischen Regierung vom 1. Juni 2023 sieht folgende Normen vor: 

 

Pestizide, relevante Metaboliten

 

0,10

µg/l

Unter Pestiziden versteht man:

  • Organische Insektizide Organische Herbizide Organische Fungizide Organische Nematozide Organische Akarizide
  • Organische Algizide
  • Organische Rodentizide
  • Organische Schimmelbekämpfungsmittel
  • Verwandte Produkte wie Wachstumsregulatoren
  • Ihre Metaboliten gemäß der Definition in Artikel 3 Absatz 32 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009, die von den föderalen belgischen oder europäischen Behörden als relevant erachtet werden.

Ein Pestizidmetabolit gilt als relevant für Wasser für den menschlichen Gebrauch, wenn davon ausgegangen wird, dass er vergleichbare inhärente Eigenschaften wie der Mutterstoff hinsichtlich seiner Zielwirkung als Pestizid aufweist oder ein Gesundheitsrisiko für die Verbraucher darstellt.

 

Aldrin, Dieldrin, Heptachlor, Heptachlorepoxid

 

0,030

µg/l

 

Nicht relevante Metaboliten

 

4,5

µg/l

Ein Richtwert von 4,5 μg/l wird zum Zweck der Steuerung des Vorkommens nicht relevanter Metaboliten von Pestiziden im Trinkwasser festgelegt. Der Minister kann einen niedrigeren Grenzwert für nicht relevante Metaboliten festlegen, die Anzeichen von Toxizität zeigen.

 

 

6. Gibt es nicht relevante Metaboliten im Leitungswasser?

Die geplanten umfassenden Kontrollen für 2024 sollen bestimmen, ob im Leitungswasser nicht relevante Metaboliten vorhanden sind.  Die Ergebnisse werden nach und nach den Kunden der SWDE über das Wasserqualitätsblatt auf der Website und mit ihrer Jahresrechnung zur Verfügung gestellt. Dies wird die bereits verfügbaren Informationen über die Gesamtmenge an Pestiziden ergänzen.  

7. Wie werden Metaboliten von Pestiziden im Leitungswasser nachgewiesen? 

Die Analyse der Metaboliten erfolgt unter Verwendung hochmoderner Laborgeräte. Hierbei kommt die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) in Verbindung mit der Massenspektrometrie (MS-MS) zum Einsatz. Mit dieser Technik können Metaboliten getrennt, identifiziert und quantifiziert werden.

8. Welche Lösungen werden bei Vorhandensein von Metaboliten eingesetzt? 

Die Lösungen müssen individuell betrachtet werden. Einerseits kann eine Verdünnung mit einer anderen Wasserquelle erfolgen, um den Gehalt an Pestizidmetaboliten im Leitungswasser zu reduzieren. Andererseits gibt es verschiedene Methoden zur Wasseraufbereitung, darunter die Aktivkohlefilterung. 

Aktivkohle besitzt eine hohe Adsorptionskapazität, wodurch bestimmte Moleküle, einschließlich Pestizidmetaboliten, an ihrer Oberfläche gebunden werden.
Die Wirksamkeit der Aktivkohlebehandlung wird im Laufe der Zeit überwacht und bewertet. Aktivkohle wird einer Regenerationsbehandlung unterzogen, sobald ihre Adsorptionskapazität zu sinken beginnt.

9. Welche Informationen sind für den Fall vorgesehen, dass die Norm für Pestizidmetaboliten überschritten wird?  

Eine Überschreitung der Norm für Pestizid(-metaboliten) wird genauso behandelt wie andere Ereignisse, die die Qualität des Leitungswassers beeinträchtigen.

Die Wallonische Region gibt keine Gesundheitsempfehlungen ab.

10. Welche Vorschriften gelten für andere Lebensmittel?

Für weitere Informationen zur europäischen und föderalen Gesetzgebung bezüglich der Kontrolle von Pestizidrückständen in Lebensmitteln, klicken Sie auf den folgenden Link zur Website der FASNK 

Das Wasser und PFAS: Was muss man wissen?

1. Ist das Leitungswasser trinkbar?
Leitungswasser gilt als trinkbar, wenn es den Qualitätsnormen entspricht, die auf europäischer Ebene festgelegt und dann in die Gesetzgebung der einzelnen Mitgliedsstaaten übernommen wurden. Daher ist das Leitungswasser in der Wallonie insofern trinkbar, als es den von der Wallonischen Region festgelegten Gesundheitsnormen entspricht. Diese Normen werden regelmäßig überarbeitet, so wie es kürzlich insbesondere bei den PFAS der Fall war. 
Bisher liegt der PFAS-Wert in allen SWDE-Netzen unter dem zukünftigen Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter (ng/l).


2. Welche PFAS-Normen gelten für Leitungswasser?
Die Normen für PFAS im Leitungswasser sind kürzlich erlassen worden. Aufgrund des Fortschritts der wissenschaftlichen Erkenntnisse wurde in der EU-Richtlinie 2020/2184 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch am 16. Dezember 2020 festgelegt, dass ab 2026 ein Grenzwert von 100 Nanogramm (1/10.000.000 Gramm) pro Liter für die Summe der gemessenen Konzentrationen von 20 PFAS, die in der Richtlinie speziell genannt werden, eingehalten werden muss.
Zum Vergleich: Die Höchstgehalte für PFAS in Lebensmitteln sind wie folgt festgelegt

LebensmittelSumme der 4 PFAS*
Eier 1.700 ng/kg
Fisch für die Ernährung von Säuglingen2.000 ng/kg
Fleisch1.300 ng/kg
Wild 9.000 ng/kg

* PFOS, PFOA, PFNA und PFHxS
Für Milch gibt die Föderale Agentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette (FASNK) eine Empfehlung von 6.000 Nanogramm/kg für PFOS und 60.000 Nanogramm/kg für PFOA ab. Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier.


3. Gibt es in der Wallonie eine gültige Norm für PFAS im Wasser?
Noch nicht. Die Norm wird am 12. Januar 2026 in Kraft treten. 
Die Wallonie hat die Richtlinie 2020/2184 2023 mit einem Dekret vom 20. April 2023 und einem Erlass der Wallonischen Regierung vom 1. Juni 2023 umgesetzt. 
Dieser Erlass zur Änderung verschiedener Bestimmungen hinsichtlich der Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch trat am 6. Oktober 2023 in Kraft. 
Er sieht vor, dass bis spätestens 12. Januar 2026 die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass der PFAS-Gehalt in Wasser für den menschlichen Gebrauch 100 Nanogramm pro Liter nicht überschreitet.


4. Die Normen der USA wurden oft mit denen der Europäischen Union verglichen. Welche Normen gibt es?  
Bis vor kurzem gab es in den USA keine Norm für PFAS im Leitungswasser.  Die EPA - die US-Umweltschutzbehörde - hatte eine Empfehlung für 2 PFAS ausgesprochen: PFOS und PFOA. Den US-amerikanischen Wasserversorgern stand es frei, ob sie die Regelung anwenden wollten oder nicht.
Seit dem 10. April 2024 hat die EPA eine Norm herausgegeben.  Amerikanische Wasserversorger haben eine Frist von bis zu drei Jahren, um sich daran zu halten.  Diese Norm bezieht sich auf 5 Stoffe, für die die EPA einen Schwellenwert festlegt, der nicht überschritten werden darf, sowie eine Empfehlung für den Grenzwert: 

 

Schwellenwert ng/l

Empfehlung ng/l

PFOA

4

0

PFOS

4

0

PFHxS

10

10

PFNA

10

10

HFPO-DA

10

10

Die Europäische Union führt ab 2026 einen Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter für die Summe der Konzentrationen von 20 PFAS (einschließlich PFOA, PFOS, PFHxS und PFNA) ein.                
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt außerdem, dass die Summe der vier „bedenklichsten“ PFAS - PFOA, PFOS, PFHxS und PFNA - einen Wert von 4 Nanogramm pro Liter nicht überschreiten sollte.  In der US-Norm ist der Grenzwert für die Summe der gleichen 4 PFAS auf 28 Nanogramm pro Liter festgelegt.
 

PFAS im Leitungswasser in der Wallonie

CHIÈVRES

5. Entspricht das in Chièvres verteilte Wasser der künftigen PFAS-Norm von 100 Nanogramm/Liter?
Ja, wie Analysen eines akkreditierten Labors belegen, erfüllt das in Chièvres verteilte Wasser nicht nur die aktuellen gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität, sondern auch den zukünftigen PFAS-Grenzwert von 100 Nanogramm/Liter.


6. Welche Lösung wurde eingeführt, um den festgestellten PFAS-Gehalt am Brunnen P1 von Chièvres zu senken? 
Die SWDE hat an der Entnahmestelle des Brunnens P1 in Chièvres eine Filterbehandlung mit Aktivkohle installiert.  Aktivkohle besitzt eine hohe Adsorptionskapazität, wodurch bestimmte Moleküle, einschließlich PFAS, an ihrer Oberfläche gebunden werden.
Die Wirksamkeit der Aktivkohlebehandlung wird im Laufe der Zeit überwacht und bewertet. Aktivkohle wird einer Regenerationsbehandlung unterzogen, sobald ihre Adsorptionskapazität abnimmt.


7. Warum gibt es nicht null PFAS im Wasser?
Durch die Behandlung des Wassers aus dem Brunnen von Chièvres mit Aktivkohle wird die PFAS-Konzentration stark reduziert. Es bleibt ein PFAS-Gehalt, der viermal niedriger ist als die zukünftige Norm von 100 Nanogramm pro Liter.


8. Sind die bedenklichsten PFAS noch im Leitungswasser enthalten?
Nein. Die Analysen zeigen Werte für PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS von weniger als einem Nanogramm pro Liter.
Das in Chièvres verteilte Wasser entspricht nicht nur der zukünftigen Regelung, sondern auch den strengeren Gesundheitsempfehlungen.
Die Empfehlung der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) besagt, dass die kumulative Konzentration der vier bedenklichsten PFAS-Moleküle 4 Nanogramm pro Liter nicht überschreiten sollte.
In Chièvres lagen die gemessenen Konzentrationen der vier bedenklichsten PFAS unter einem Nanogramm pro Liter, was bedeutet, dass sie unterhalb der Nachweisgrenze der Messgeräte liegen.


9. Warum sind die heute für Chièvres veröffentlichten Werte im Vergleich zu den zuvor veröffentlichten Berichten gesunken? 
Alle seit November veröffentlichten Werte liegen unter der künftigen Norm von 100 Nanogramm pro Liter.
Die auf der Website www.swde.be verfügbaren Daten für PFAS stellen einen Mittelwert für die Ergebnisse der Analysen dar, die seit September 2023, dem Beginn des regionalen Monitorings, durchgeführt wurden. 
Die zuvor veröffentlichten Werte für Chièvres und das gesamte Verteilungsgebiet Nr. 1098 waren der Mittelwert der Ergebnisse der letzten 12 Monate.   Sie umfassten daher auch Analysen, die vor der Installation der Aktivkohlefilter am Ausgang der Wasserentnahme Chièvres durchgeführt wurden, und waren daher wenig repräsentativ für die aktuelle Situation.  
Die veröffentlichten PFAS-Werte werden also weiterhin variieren und die Qualität des von den Bürgern konsumierten Wassers repräsentieren.   


10. Warum sollte der Brunnen von Chièvres nicht aufgegeben und stattdessen eine andere Wasserversorgungsquelle genutzt werden? 
Die Nutzung des Brunnens von Chièvres wurde stark reduziert und kann nur vorübergehend eingestellt werden, da er für die kontinuierliche Wasserversorgung erforderlich ist.   Daher hat die SWDE in eine Aktivkohlefilterbehandlung an der Wasserentnahmestelle Chièvres investiert, um sicherzustellen, dass das Wasser die zukünftigen PFAS-Normen erfüllt. 
Der Wasserturm von Chièvres wird durch den Brunnen von Chièvres und die Dendre-Leitung versorgt. Das Wasser aus dem Brunnen von Chièvres wird vollständig mit Aktivkohle behandelt, und die SWDE prüft mögliche strukturelle Lösungen, um auf den Brunnen von Chièvres verzichten zu können. 

11. Was passiert bei vorübergehender Stilllegung des Brunnens von Chièvres?
Der Brunnen von Chièvres wird während des Austauschs der Aktivkohlefilter einige Stunden lang stillgelegt, und der Wasserturm wird vorher vollständig gefüllt, um die kontinuierliche Wasserversorgung sicherzustellen. 


12. Was ist die Ursache für das Vorhandensein von PFAS im Verteilerbrunnen von Chièvres?
Die Ursache für das Vorhandensein von PFAS im Verteilerbrunnen von Chièvres ist bis heute nicht bekannt.  PFAS sind jedoch diffuse und persistente Stoffe, die in vielen Produkten vorkommen, insbesondere in fluorhaltigen Feuerlöschschäumen, die häufig auf Militärbasen verwendet wurden.  Es ist daher möglich, dass die Kontamination von der nahe gelegenen Militärbasis Chièvres stammt. 
Das ISSeP (Institut Scientifique de Service Public) wurde von der Wallonischen Regierung beauftragt, die notwendigen Untersuchungen durchzuführen, um die Ursache der PFAS im Brunnen von Chièvres zu identifizieren.
 

RONQUIÈRES

13. Ist das Wasser in Ronquières trinkbar?
Ja, das Wasser in Ronquières ist trinkbar. Es  entspricht den geltenden Qualitätsnormen sowie der künftigen Norm von 100 Nanogramm pro Liter.


14. Wird die zukünftige Norm von 100 Nanogramm pro Liter in dem in Ronquières verteilten Wasser überschritten?
Ein isoliertes Ergebnis im November 2023 zeigte eine Überschreitung der zukünftigen Norm von 100 Nanogramm pro Liter im verteilten Wasser in Ronquières.  Die gesetzlich vorgeschriebene Überprüfungs- und Überwachungsverfahren wurden aktiviert, und sowohl die neuen Analysen als auch die erneute Analyse der früheren Proben ergaben PFAS-Werte unterhalb des Grenzwerts von 100 ng/l.   Diese Ergebnisse stimmen mit denen überein, die von Vivaqua  bezüglich der Versorgungsleitung Hennegau mitgeteilt wurden.

Der Mittelwert seit diesem 22. Februar 2024 liegt bei 82 ng/l.  In Ronquières werden weiterhin regelmäßig Analysen durchgeführt. Dieser Mittelwert wird sich also weiterhin verändern.


15. Wird der PFAS-Gehalt im Wasser von Ronquières sinken?
Die SWDE sucht nach technischen Lösungen, um den PFAS-Gehalt im verteilten Wasser zu senken.  Sie bleibt diesbezüglich in Kontakt mit der Gemeinde Braine-le-Comte, Vivaqua und den regionalen Behörden.
Vivaqua informierte darüber, dass es vor kurzem die Aktivkohle zur Aufbereitung des Wassers in einer Gruppe von Brunnen ausgetauscht hatte. Der Brüsseler Wasserversorger bestätigte, dass er Maßnahmen ergriffen hat, um den PFAS-Gehalt am Ausgang von Ecaussinnes auf 75 ng/l zu senken. 
 

DIE VERSORGUNGSLEITUNG HENNEGAU

16. Was ist die Versorgungsleitung Hennegau? 
Die Versorgungsleitung Hennegau ist eine Wasserleitung von Vivaqua, die von ihren Wasserentnahmestellen in Nimy und Ghlin ausgeht und bis in die Region Brüssel führt.   Vivaqua liefert dieses Wasser an SWDE, IDEA, in BW, De Watergroep und Farys, um einen Teil ihrer Verteilungsnetze zu versorgen.  

Die SWDE ist über die Versorgungsleitung Hennegau von Vivaqua angeschlossen, um die Versorgungsgebiete 1102, 1106, 1147 und 1360 mit Wasser zu versorgen. Die ganz oder teilweise betroffenen Gemeinden sind Braine-l'Alleud, Braine-le-Château, Braine-le-Comte (Ronquières - siehe vorheriger Punkt), Ecaussinnes, Ittre, Le Roeulx (einige Anschlüsse), Seneffe (einige Anschlüsse), Soignies (einige Anschlüsse) und Tubize. 
In welchem Verteilungsgebiet befinden Sie sich? Welche Qualität hat das dort bereitgestellte Wasser? Wie kann ich die vollständigen Analyseberichte einsehen?  Besuchen Sie diese Seite um den richtigen Weg zu finden, um Antworten auf diese Fragen zu erhalten.


17. Entspricht das Wasser aus der Versorgungsleitung Hennegau von Vivaqua der zukünftigen PFAS-Norm? 
Vivaqua hat sich verpflichtet, Wasser zu liefern, das den in der Wallonie geltenden Normen entspricht, einschließlich der ministeriellen Anweisung vom 30. November 2023, bereits jetzt die Norm von 100 ng/l für die Summe von 20 PFAS einzuhalten. 
Vivaqua bestätigt, dass dieser Schwellenwert im Rahmen der wöchentlichen Analysen seit 2023 nicht mehr überschritten wurde.
Im November 2023 und im Februar 2024 wurde ein Überprüfungsverfahren durchgeführt, nachdem einzelne Analyseergebnisse (ein Ergebnis im November 2023 in Ronquières und 3 Ergebnisse im Februar 2024, davon 2 in Virginal und 1 in Tubize) eine Überschreitung der künftigen Norm von 100 Nanogramm/Liter im verteilten Wasser ergaben. 
Zum einen wurden die gleichen Proben erneut analysiert. Ihre Ergebnisse lagen unterhalb von 100 ng/l. Zum anderen wurden neue Proben entnommen. Die Analyseergebnisse zeigen einen PFAS-Gehalt von weniger als 100 ng/l. Diese Ergebnisse stimmen mit denen überein, die Vivaqua bezüglich der Versorgungsleitung Hennegau gemeldet hat.

 

18. Warum ein regionales Biomonitoring für Personen, die in der Wallonie durch die Versorgungsleitung Hennegau mit Wasser versorgt werden? 
Das heute verteilte Wasser weist überall einen PFAS-Gehalt auf, der unter der künftigen Norm liegt. Dies gilt auch für das Wasser aus Vivaquas Versorgungsleitung Hennegau.
Das allgemeine Monitoring des Leitungswassers in der Wallonie zwischen September und Dezember 2023 ergab, dass die PFAS-Gehalte im Wasser aus der Versorgungsleitung Hennegau von Vivaqua im Durchschnitt höher sind als in den meisten anderen Verteilungsgebieten, dennoch aber die zukünftige Norm für PFAS erfüllen.  
Im Dezember 2023 informierte Vivaqua die regionalen Behörden und SWDE über zehnmalige Überschreitungen der zukünftigen Norm von 100 ng/l für die Summe von 20 PFAS zwischen Oktober 2021 und Dezember 2022, wobei die höchste Überschreitung 147 ng/l betrug.   
Aus diesem Grund hat die Wallonie beschlossen, Personen, die Wasser aus der Versorgungsleitung Hennegau von Vivaqua getrunken haben, die Teilnahme an einem Biomonitoring (einer Kampagne zur Entnahme von Blutproben und zur Durchführung von Blutanalysen) zu ermöglichen, ähnlich wie in anderen Gebieten, in denen in der Vergangenheit Überschreitungen der zukünftigen PFAS-Norm festgestellt wurden.

 

IN DER WALLONIE

19. Wie werden PFAS im Leitungswasser nachgewiesen?
Die Analyse von PFAS erfolgt unter Verwendung hochmoderner Laborgeräte. Hierbei kommt die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) in Verbindung mit der Massenspektrometrie (MS) zum Einsatz. Diese Technik ermöglicht es, PFAS in Proben zu trennen, zu identifizieren und zu quantifizieren. 
Die angestrebten Konzentrationswerte sind äußerst niedrig. Sie erfordern also präzise Geräte und sorgfältige Analyse, da diese Substanzen, die auch in Labors vorkommen, die endgültigen Ergebnisse beeinträchtigen können.   
Aktuell gibt es in der Wallonie kein akkreditiertes Labor, das die 20 PFAS analysieren kann, die in zukünftigen Vorschriften vorgesehen sind. Daher werden die Analysen der SWDE derzeit von einem Labor in Deutschland durchgeführt.


20. Enthält das Leitungswasser in der Wallonie PFAS?
Im Jahr 2018 wurde eine Studie abgeschlossen, die von der Wallonischen Region in Auftrag gegeben und von einem Konsortium von Laboren durchgeführt wurde, zu dem auch die SWDE gehört. Die Ergebnisse sind auf der Website des Öffentlichen Dienstes der Wallonie verfügbar (Forschungsprogramme IMHOTEP und BIODIEN - Wasserrahmenrichtlinie in der Wallonie - SPWARNE © HB). Die Schlussfolgerungen der Studie waren beruhigend bezüglich der Wahrscheinlichkeit, PFAS im Trinkwasser zu finden.
Bis Anfang 2023 wurde eine Überschreitung der zukünftigen PFAS-Norm von 100 Nanogramm pro Liter im Brunnen von Chièvres festgestellt. Infolge der Inbetriebnahme von zwei Aktivkohlefiltereinheiten zur Behandlung des Wassers aus diesem Brunnen entspricht das Wasser, das den Wasserturm Chièvres versorgt, seit April 2023 den künftigen Anforderungen hinsichtlich des maximal zulässigen PFAS-Gehalts.
Im September 2023 beschloss die Wallonische Regierung, ein Monitoring von PFAS im Leitungswasser in der gesamten Wallonie zu starten.


21. Was ist das regionale PFAS-Monitoring im Leitungswasser?
Am 5. September 2023 wurde die SWDE von der Wallonischen Regierung beauftragt, die Analysen des PFAS-Gehalts in Wasser für den menschlichen Gebrauch und in bestimmten trinkbaren Rohwässern überall in der Wallonie zu koordinieren.
Diese Arbeit erfolgt in Zusammenarbeit mit dem ÖDW LNU und allen Wasserversorgern in der Wallonie. 


22. Was ist das Ziel des regionalen PFAS-Monitorings im Leitungswasser?
Mit dem Monitoring werden mehrere Ziele verfolgt:
1.    Erstellung einer umfassende Bestandsaufnahme des PFAS-Gehalts in Wasser für den menschlichen Gebrauch (am Wasserhahn) sowie in einigen trinkbaren Rohwässern;
2.    Durchführung einer ständigen Überwachung des PFAS-Gehalts in Wasser für den menschlichen Gebrauch;
3.    auf der Grundlage der Ergebnisse Identifizierung der Wasserentnahme(n), die für das Vorhandensein von PFAS im Leitungswasser verantwortlich sind;
4.    Bereitstellung der erhaltenen Ergebnisse an die Wasserversorger, damit diese die notwendigen Maßnahmen ergreifen können, um die Gesundheitssicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.


23. Was ergab das regionale Monitoring?
Das regionale PFAS-Monitoring begann im September 2023.
Seit dem 27. November 2023 verfügt die SWDE über die Ergebnisse für ihr gesamtes Netz (278 Verteilungsgebiete). Das gesamte SWDE-Netz erfüllt die zukünftige PFAS-Norm (100 ng/l), die im Januar 2026 in Kraft tritt.
Am 11. Dezember 2023 sind die Ergebnisse für alle 640 Verteilungsgebiete in der Wallonie verfügbar. 


24. Sind die Ergebnisse bezüglich der PFAS im Leitungswasser verfügbar?
Die Ergebnisse zur Wasserqualität werden von den Versorgern zur Verfügung gestellt.
Die SWDE veröffentlicht bereits seit mehreren Jahren die Wasserqualitätsanalyseberichte online. Sie wurden gerade um den Mittelwert für PFAS im Hinblick auf die künftige Norm von 100 Nanogramm/Liter für alle von ihr verwalteten Netze ergänzt.


25. Wie kann ich die verfügbaren Ergebnisse einsehen?
Wenn Ihr Vertriebspartner die SWDE ist, erfahren Sie hier, wie Sie die Testergebnisse für Ihren Standort abrufen können. 
Wenn Sie nicht an das Netz der SWDE angeschlossen sind, wenden Sie sich bitte an Ihren Wasserversorger, damit er Ihnen Auskunft geben kann.


26. Welche Informationen sind für den Fall vorgesehen, dass die zukünftige PFAS-Norm von 100 Nanogramm/Liter überschritten wird?
Die SWDE wendet die PFAS-Norm ab sofort so an, als sei sie bereits in Kraft. Die Gemeinde und die betroffenen Kunden werden informiert, wenn ein Analyseergebnis auf eine Überschreitung der künftigen PFAS-Norm von 100 Nanogramm pro Liter schließen lässt. 


27. Welche Gesundheitsempfehlungen gelten, wenn die zukünftige PFAS-Norm von 100 Nanogramm/Liter überschritten wird?
Seit dem 14. November 2023, wenn der Grenzwert von 100 Nanogramm/Liter überschritten wird, empfiehlt die Wallonische Region den betroffenen Einwohnern, das Leitungswasser nicht mehr zu konsumieren. Aufgrund des endokrinschädigenden Potenzials einiger PFAS und des Vorsorgeprinzips wird diese Empfehlung insbesondere für die folgenden Zielgruppen verschärft: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Frauen im gebärfähigen Alter, schwangere und stillende Frauen.
Auf der Grundlage des Fortschritts der wissenschaftlichen Erkenntnisse werden die zuständigen Gesundheitsbehörden diese Empfehlungen präzisieren (Alternativen zum Leitungswasser, verschiedene Verwendungszwecke von Leitungswasser, usw.). Die von der Wallonischen Region zur Verfügung gestellten FAQs werden diesbezüglich ergänzt. Sie können eingesehen werden unter PFAS - Portal Umwelt und Gesundheit (wallonie.be).


28. Welche Lösungen werden eingesetzt, wenn PFAS im Leitungswasser vorhanden sind?
Es gibt geeignete Behandlungen, die wirksam sind, um das Vorhandensein von PFAS im Leitungswasser zu begrenzen, darunter die Aktivkohlefilterbehandlung.
Aktivkohle besitzt eine hohe Adsorptionskapazität, wodurch bestimmte Moleküle, einschließlich PFAS, an ihrer Oberfläche gebunden werden.
Die Wirksamkeit der Aktivkohlebehandlung wird im Laufe der Zeit überwacht und bewertet. Aktivkohle wird einer Regenerationsbehandlung unterzogen, sobald ihre Adsorptionskapazität abnimmt.
Die SWDE wartete nicht auf die PFAS-Krise, um Aktivkohlefilter zu installieren. Einige Wasserentnahmestellen sind bereits mit Aktivkohlefiltern ausgestattet, in einigen Fällen schon seit Jahrzehnten. Die SWDE investiert weiterhin regelmäßig in diese Technik und in andere Behandlungen (z. B. Nanofiltration), die notwendig sind, um das Wasser trinkbar zu machen.
Die Prioritäten werden entsprechend den Analysen festgelegt, die im Rahmen des Gesundheitsrisikomanagements vorgesehen sind. 
Die Verwendung von Aktivkohlefiltern, um Wasser trinkbar zu machen, ist in vielen Ländern, auch in Belgien, gängige Praxis. Diese Filter entfernen wirksam verschiedene organische Verunreinigungen, Chemikalien und schlechte Geschmäcker und Gerüche aus dem Wasser und machen es so sicherer und angenehmer zu trinken. 


29. Können wir uns auf die von der SWDE mitgeteilten Analyseergebnisse zum PFAS-Gehalt im Leitungswasser verlassen?
Alle von der SWDE gemeldeten Wasseranalysen werden von einem nach ISO 17025 akkreditierten Labor durchgeführt. 
ISO 17025 ist eine internationale Norm, die die Kompetenz von Laboren zur Erstellung gültiger Ergebnisse anerkennt.
Daher sind alle Ergebnisse, die die SWDE transparent über ihre Website kommuniziert, absolut zuverlässig.
Bezüglich der PFAS ist derzeit kein wallonisches Labor in der Lage, die alle 20 PFAS selbst zu analysieren. Daher führen ausländische Laboratorien die Analysen auf den PFAS-Gehalt im Leitungswasser durch.
30. Welche Personen sind von der Kampagne zur Entnahme von Blutproben und -tests (Biomonitoring) betroffen?
Das ISSeP ist von der Wallonischen Region mit der Organisation des Biomonitorings beauftragt. Den betroffenen Personen wird vom ISSeP ein Schreiben zugesandt, das ihnen die Möglichkeit bietet, sich für das Biomonitoring zu registrieren.
 

PFAS

30. Was bedeutet PFAS?
PFAS ist die englische Abkürzung für „per- und polyfluoralkylierte Substanzen“. Es handelt sich um eine große Molekülfamilie, die fast 10.000 chemische Verbindungen umfasst. Die Gemeinsamkeit dieser Verbindungen ist, dass sie alle aus einer Kette von Kohlenstoffatomen bestehen, an die Fluoratome angehängt sind.


31. In welchen Produkten findet man PFAS?
PFAS sind keine natürlichen Substanzen. Sie werden von der chemischen Industrie aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften wie z. B. Antihaftwirkung, wasserabweisend, hitzebeständig usw. hergestellt. Aus diesem Grund werden diese Stoffe häufig in Alltagsprodukten wie z. B. Pfannen, wasserfester Kleidung, Papier und Verpackungen für Lebensmittel oder Feuerlöschschaum verwendet.


32. Sind PFAS gesundheitsschädlich?
Angesichts der großen Vielfalt der Moleküle, die die Familie der PFAS bilden, sind die verfügbaren Informationen über die Toxizität dieser Substanzen auf eine kleine Anzahl der am häufigsten verwendeten Moleküle beschränkt.
Bei Tieren wurde über toxikologische Auswirkungen einiger PFAS auf die Leber, das Immunsystem, die Nieren, das Fortpflanzungssystem usw. berichtet. Ähnliche Effekte wurden auch beim Menschen beobachtet.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen werden weiterhin schrittweise erweitert.
Weitere Informationen zu diesem Thema: http://environnement.sante.wallonie.be/pfas


33. Warum findet man PFAS in der Umwelt?
In der Chemie ist die Bindung zwischen Kohlenstoff- und Fluoratomen sehr stark und widerstandsfähig. Dies führt dazu, dass PFAS sich in der Natur nur schwer abbauen und daher in der Umwelt lange bestehen bleiben. 
Aufgrund ihrer intensiven Nutzung durch Industrie und Privatpersonen seit den 1950er Jahren haben sich PFAS im Laufe der Zeit in der Umwelt, vor allem im Wasser, weit verbreitet und angereichert.

 

Wasser und Chlorate, was muss man wissen?

Was sind Chlorate?

Chlorate sind chemische Verbindungen, die hauptsächlich aus Chlor gebildet werden, das im Prozess der Desinfektion von Trinkwasser verwendet wird. Während dieser Desinfektionsbehandlung können Chlorate als unerwünschte Nebenprodukte entstehen.

Welche Normen gelten für Chlorate im Trinkwasser?

Die europäische Richtlinie 2020/184 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch legt einen Grenzwert für Chlorat fest, der zwischen 0,25 und 0,70 mg/l (Milligramm pro Liter) liegen kann. In Wallonien wurde dieser Grenzwert auf 0,25 mg/l festgelegt. Die Wasserversorger haben bis zum 12. Januar 2026 Zeit, diesen neuen Grenzwert einzuhalten.

Gibt es Chlorate im Leitungswasser?

Ja, es kann Chlorate im Leitungswasser geben, aber normalerweise in sehr geringen Konzentrationen. Chlorate sind Nebenprodukte, die bei der Verwendung von Chlor zur Desinfektion von Trinkwasser entstehen. Chlor wird häufig in der Wasseraufbereitung verwendet, um Bakterien und andere Krankheitserreger abzutöten. Wenn sich Chlor jedoch abbaut, können Chlorate entstehen.

Wird das Vorhandensein von Chloraten im Leitungswasser überwacht?

Ja, die Wasserversorger müssen seit Januar 2024 das Vorhandensein von Chloraten im Leitungswasser überwachen. Die SWDE führt daher regelmäßige Analysen durch, um die Wasseraufbereitung zu überwachen und gegebenenfalls anzupassen, um den zukünftigen Grenzwert von 0,25 mg/l (Milligramm pro Liter) für Chlorate einzuhalten.

Wie werden Chlorate im Trinkwasser nachgewiesen?

Die Labore, die für die Überwachung der Wasserqualität in Wallonien zuständig sind, verwenden die Technik der Ionenchromatographie, um Chlorate im Wasser zu analysieren. Diese Methode ermöglicht es, die verschiedenen Ionen in der Wasserprobe zu trennen und sie einzeln zu messen, einschließlich Chlorat. Diese Methode ist sehr empfindlich und ermöglicht den Nachweis von Chloraten in niedrigen Konzentrationen, weit unter den gesetzlichen Grenzwerten.

Welche Lösungen werden bei Vorhandensein von Chloraten eingesetzt?

Das Management des Chloratgehalts im Trinkwasser basiert hauptsächlich auf dem Chlorniveau des Wassers und der Qualität des verwendeten Reagenzes:

  • Reduzierung der Chlorung des Wassers, ohne die Desinfektionswirksamkeit zu beeinträchtigen.
  • Verwendung von hochwertigen Chlorprodukten. Die Qualität des Chlors nimmt mit der Zeit ab, was zur Bildung von Chloraten führt. Dieser Abbau wird durch Temperatur und Lichteinwirkung beschleunigt.
Wasser und VinylChlorid-Monomer, wass muss man wissen?

Was ist Vinylchlorid-Monomer?
Vinylchlorid-Monomer (VCM) ist eine chemische Verbindung, die aus Chlor, Kohlenstoff und Wasserstoff besteht. Es kann im Trinkwasser vorkommen, da es aus PVC-Wasserleitungen freigesetzt werden kann, die vor den 1980er Jahren installiert wurden.

Welcher Grenzwert gilt für Vinylchlorid-Monomer im Trinkwasser?
Seit über 20 Jahren beträgt der Grenzwert für Vinylchlorid-Monomer 0,50 µg/l (Mikrogramm pro Liter).

Gibt es Vinylchlorid-Monomer im Leitungswasser?
Sehr selten und nur in äußerst geringen Mengen. Es wurden keine Überschreitungen des Grenzwerts festgestellt.

Wird das Vorhandensein von Vinylchlorid im Leitungswasser überwacht?
Ja, in Wallonien durchgeführte Analysen zeigen eine Vinylchlorid-Konzentration unterhalb der Nachweisgrenze der Methode (0,10 µg/l), die wiederum weit unter dem Grenzwert von 0,5 µg/l liegt.
Diese Ergebnisse werden nicht auf unserer Website veröffentlicht, da sie sich auf einzelne Leitungsabschnitte und nicht auf größere Versorgungsgebiete beziehen, für die die Wasserqualität angegeben wird.

Wie wird Vinylchlorid im Trinkwasser nachgewiesen?
Laboratorien verwenden die akkreditierte Methode nach der Norm NBN EN ISO 15680:2003 (Wasserqualität – Bestimmung einer Reihe von monocyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Naphthalin und verschiedenen chlorierten Verbindungen mittels Gaschromatographie nach Entgasung, Anreicherung und thermischer Desorption).

Welche Maßnahmen könnten ergriffen werden, wenn Vinylchlorid nachgewiesen wird?
Einerseits müssten PVC-Rohre durch andere Materialien (Grauguss, PVC ohne VCM usw.) ersetzt werden, um die Kontaminationsquelle zu beseitigen. Andererseits könnte eine Wasseraufbereitung durch Aktivkohlefilter oder Ionenaustauscher in Betracht gezogen werden.

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