BleirohreVorsicht bei Bleirohren ! Unser Organismus nimmt Bleistaub auf, der in der Umwelt, aber auch in den meisten Lebensmitteln und Getränken vorhanden ist. Eine zu große Aufnahme von Blei ist jedoch schädlich (Saturnismus). Das gilt ganz besonders für kleine Kinder. Wenn Blei im Leitungswasser gefunden wird, sind in den meisten Fällen Hausanschlussleitungen oder im Haus verlaufende Leitungen aus Blei die Ursache. Das Wasser, das aus der Wasserentnahmestelle oder der Wasseraufbereitungsanlage ins Netz eingespeist wird, enthält kein Blei. Sind jedoch die Anschlussleitungen oder die Leitungen im Haus aus Blei, kann das Wasser das Metall aufnehmen. In einer europäischen Richtlinie sind die Qualitätsnormen festgelegt, die von allen Mitgliedstaaten erfüllt werden müssen. Früher belief sich der Parameterwert für Blei im Wasser auf 50 Mikrogramm pro Liter. Die Norm wurde auf 25 Mikrogramm/Liter bis Ende Dezember 2013 gesenkt. Danach wird die geltende Norm 10 Mikrogramm/Liter betragen. Zur Erfüllung dieser Norm und aus Gründen der Vorsicht hat die Wallonische Wassergesellschaft bereits zahlreiche Hausanschlüsse (Leitungen, die die Wasserzuleitung mit den Häusern verbinden) aus Blei ersetzt, damit in ihrem Wasserverteilungsnetz keinerlei Kontakt zwischen dem für den menschlichen Verzehr bestimmten Wasser und Blei möglich ist. Das Programm der WWG für das Ersetzen von Hausanschlussleitungen aus Blei ist sehr ehrgeizig: jedes Jahr werden über 6000 Anschlüsse ausgewechselt. Wichtig: Das Ersetzen dieser Anschlüsse kann jedoch nur Wirkung haben, wenn auch aus der gesamten Hausinstallation (also den Leitungen nach dem Wasserzähler im Haus) sämtliche Bleirohre entfernt werden. Prüfen Sie deshalb genau, ob sich im Haus (in Gebäuden, die vor den 50er Jahren gebaut wurden) Bleileitungen befinden. Für diese ist ausschließlich der Hausbesitzer verantwortlich. Interessant zu wissen: Für bestimmte Arbeiten stellt die Wallonische Region Sanierungsprämien bereit. Die Zuleitung von Trinkwasser in die Küche gehört zu den Arbeiten, für die unter bestimmten Bedingungen eine finanzielle Beihilfe gezahlt werden kann. Weitere Informationen zu den Bedingungen für die Vergabe und über das einzuhaltende Verfahren finden Sie auf der Website der Wallonischen Region: http://mrw.wallonie.be/dgatlp/dgatlp/Pages/Log/Pages/Aides/AP/Rehabilitation.asp Wenn Ihre Installation im Haus noch aus Bleirohren besteht, ergreifen Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen: - Lassen Sie das Wasser einige Minuten lang laufen, bevor Sie es trinken oder für Speisen oder Getränke verwenden. Benutzen Sie das erste Wasser des Tages für andere Zwecke wie z. B. Dusche, Bad, Putzwasser, WC-Spülung usw. Wasser, das lange in Bleileitungen stagniert hat (zum Beispiel die ganze Nacht oder während längerer Abwesenheit), kann einen starken Bleigehalt aufweisen. - Verwenden Sie nie warmes Wasser aus dem Hahn für die Zubereitung von Speisen oder Getränken (Kaffee, Tee, Kochen von Gemüse, Nudeln usw.). Die erhöhte Temperatur steigert die Auflösbarkeit von Metall in Wasser. Verwenden Sie deshalb kaltes Wasser und bringen Sie es zum Kochen. - Öffnen Sie den Wasserhahn langsam, wenn Sie das Wasser für Speisen oder Getränke verwenden möchten. Ein plötzliches Öffnen des Wasserhahns hat eine schlagartige Erhöhung der Durchflussmenge zu Folge, durch die Metallpartikel von den Leitungen abgelöst werden und in das konsumierte Wasser gelangen können. |